Vor ein paar Tagen haben wir Harry Holzwurm den Auftrag erteilt, die mittlerweile völlig rotten Sitzflächen in der Plicht von Forty8 auszutauschen. Es ist zwar noch nicht ganz fertig, aber man kann jetzt schon sehen, dass er wirklich einen guten Job gemacht hat. Natürlich muss gute Arbeit auch gut bezahlt werden, aber wenn es auch diesmal wieder über 40 Jahre hält, sind wir mehr als glücklich!
Man könnte sagen, wir hatten heute typisches Azorenwetter. Bis fast 15 Uhr war reiner Sonnenschein mit angenehmem Wind bei 24 Grad, und dann wurde es finster…… Aber was solls, der Boden kann es gut gebrauchen und wir sitzen im trockenen und genießen das Schauspiel aus dem Wintergarten. Übrigens, wir hatten vor ein paar Tagen einen Sturm aus Süd mit angekündigten 50 Knoten Windgeschwindigkeit, gemessen in Horta über 100 km/h. Ich hatte vorher noch die geplanten „Windbrecher“ um die Solarpaneele herum angebracht, und tatsächlich hatten wir keinerlei Probleme. Allerdings hatten wir hier bei dem Hurricane Lorenzo über 210 km/h Wind. Ich hoffe, meine Sicherungsmaßnahmen sind auch ausreichend für solche extremen Bedingungen. Genau weiss man es ja leider immer erst nachher.
Ja, ohne Witz, dieses extrem kleine Teil kam in diesem gewaltigen Karton. Jetzt kommt die technische Erklärung, wozu das Ganze gut ist, also für nicht Technik-affine ist hier Eierfarben. Unser PV-System habe ich so konstruiert, dass es nicht ins öffentliche Netz einspeisen kann. Ganz bewusst. Denn einerseits würden wir nichts dabei gewinnen, müssten aber andererseits ein Gewerbe anmelden und hätten dann permanent das Finanzamt am Hals. Nein danke! Grundsätzlich haben wir 2 Balkonkraftwerke mit je 1500Wp und ein Hauptkraftwerk am Inverter mit 4100Wp. Wenn jetzt aber die Balkonkraftwerke mehr produzieren, als das Haus verbraucht, schaltet sich unser Hybrid-Inverter aus, denn er darf ja nicht einspeisen. Und in Folge schalten sich in Sekundenbruchteilen auch die Balkonkraftwerke aus, das ist ein sehr wichtiges Sicherheitsmerkmal. Also stehen wir dann im „Dunkeln“. Dieses kleine Bauelement oben auf dem Foto ist in der Lage, den Output der Balkonkraftwerke abhängig vom Verbrauch des Hauses zu regeln. Damit das funktioniert braucht es noch eine DTU (Data Transfer Unit) und ein Smart-Meter, das dem kleinen Kästchen online mitteilt, wieviel Watt das Haus benötigt und das dann der DTU die Anweisung gibt, die Leistung der Balkonkraftwerke entsprechend hoch oder runter zu regeln. Eigentlich ganz einfach, wenn man es erst mal verstanden hat. Die Umsetzung hat aber viel Recherche erfordert, weil ich der Zeit anscheinend mal wieder voraus bin……..
Ein neuer Auftrag: hier entsteht ein 30 qm großes Tiny-house mit einer großen, überdachten Terrasse davor. Es macht mir durchaus sehr viel Spaß, diese wundervollen kleinen Häuser zu entwerfen und zu bauen, aber ich werde leider auch nicht jünger. Jetzt habe ich noch 4 davon in meiner Auftragsliste, natürlich jedes absolut maßgeschneidert, und danach bin ich dann wirklich Privatier!
Heute kam unsere Zitrone an! Diese lustige kleine Keksdose ist von jetzt an unser elektrisches Auto. Ich hatte auf dem Weg von Horta nach Hause die ganze Zeit ein fettes Grinsen im Gesicht. Wir haben es direkt laden müssen, aber trotz des düsteres Wetters war der Kleine nach 3 Stunden voll, gefüllt von unserer PV-Anlage. Und trotzdem war genug Saft da, um zusätzlich die Batterien des Hauses zu füllen. Von daher glaube ich, dass wir in die richtige Richtung gehen. Vielleicht ist morgen erst mal eine Inselrundfahrt angesagt!
Schon wieder ein neues Auto? Nein, ganz anders. Heute waren wir zu einer Grillparty eingeladen, vorher haben wir noch eine große Menge an Werkzeugen zu meiner neuen Baustelle gebracht, dann 2 neue Wärmepumpen in Horta abgeholt und dann zur Party. Wir haben den Abend sehr genossen, aber leider ist auf dem Weg nach Hause bei meinem Schlachtschiff ein Kühlwasserschlauch geplatzt. Wir haben es genau bis vor Kim´s Haus geschafft, die allerdings leider nicht zu Hause war. Also raus mit dem Hallophon, schauen, wer helfen könnte. Freundin Renate ging sofort dran und bot uns gerne ihre Hilfe an. Während wir warteten, kamen auch Kim und Evelyn an. Und eine Minute später Renate. Wie sah die Lösung aus? Renate sagte: nehmt mein Auto, ich brauche es im Moment nicht. Und Evelyn fuhr Renate nach Hause. Ich weiss nicht, ob wir so tolle Freunde überhaupt verdienen, aber sie sind da!
Ich muss zugeben, ich habe sehr viel Freude an unseren neuen Solarkraftwerken! Im Moment können wir sehr viel mehr Strom erzeugen, als wir brauchen, deshalb sind die beiden Balkonkraftwerke mit je 1,5 KWp meist ausgeschaltet. Im Winter werden wir diese Reserven aber bestimmt brauchen. An den bunten Kurven kann man sehr schön sehen, dass das Hauptkraftwerk auf dem Wintergarten immer etwas mehr Energie bereitstellt, als benötigt wird. Die Differenz fließt dann in die Batterien, die üblicherweise bereits mittags wieder voll sind. Aber was im wahrsten Sinne des Wortes am „coolsten“ ist, ist dass wir bei der sengenden Hitze hier gnadenlos die Klimaanlagen laufen lassen können und das Haus kühl und trocken haben, ohne dass uns das auch nur einen Cent kostet!
Die Vorbereitungen haben gut funktioniert, mit Hilfe unserer Freundin Kim waren die 10 Panels zu je 410W in weniger als 2 Stunden installiert. Und dann schaue ich auf die Überwachungssoftware und sehe, es werden 35 Watt eingespeist. Ich war etwas verwirrt, aber nach kurzem nachrechnen war klar, dass schon das kleine Balkonkraftwerk (1500W) den Energiebedarf des Hauses befriedigt. Also habe ich die Klimaanlage und den Ofen eingeschaltet, da ging die Einspeisung dann auf rund 1000W hoch. Mit anderen Worten: es funktioniert! Insgesamt können wir jetzt 5,6 KWp erzeugen, was im Moment natürlich zu viel ist, aber wenn nächste Woche unser E-Auto ankommt, kann die Anlage zeigen, was sie kann!