Bis Anfang Oktober hat der Campingplatz in Varadouro wieder geöffnet. Und man sitzt da wirklich toll. Eine wunderschöne Terrasse unter Pinien mit Blick auf den Atlantik, schwer zu toppen. Und ein Wasserglas voll gekühltem Rotwein kostet gerade mal 80 Cent. Das kann einem doch durchaus ein Lächeln ins Gesicht zaubern!
Viel zu berichten gibt es im Moment nicht, aber auch bei einem Spaziergang am frühen Morgen und anschließendem Frühstück mit Gästen können schöne Fotos entstehen. Es ist schön, windstill und es sollen 22 Grad werden, für uns eine sehr angenehme Temperatur. Das Meer hat auch so 22-23 Grad, wir sind zufrieden und sehr froh darüber, dass wir nicht, wie gerade die armen Menschen in Deutschland, quasi die Tage im Haus verbringen müssen. Der Klimawandel schreitet voran leider!
Gestern waren wir mal wieder mit dem TUBIS I (früher TSUBIS I, aber es gehen immer mehr Buchstaben verloren) in Varadouro zum Zwecke der Vernichtung geistiger Getränke, und als wir wieder zu Hause vorfuhren, leckte das Schätzchen ganz ordentlich Öl. Natürlich kommt einem da der Gedanke: das kann nicht gut sein. Also habe ich heute morgen die Versicherung angerufen und gesagt, sie sollen bitte dafür sorgen, dass der Wagen in die Werkstatt gebracht wird. Das kostet hier auch nichts, ist in der KFZ-Versicherung includiert. Was soll man sagen, eine Stunde später war der Wagen auf dem Weg zur Werkstatt. Läuft! (Die Fotos stammen von unseren Überwachungskameras, ich habe natürlich nicht daran gedacht, selbst mal Fotos zu machen.)
Für uns war es tatsächlich das erste mal in all den Jahren, dass wir an dieser Festivität teilgenommen haben. Und es war absolut großartig! Die Dekoration der Stadt war der Hammer, alle Leute sollten in weiß kommen und dann wurde der gesamte Bereich mit Schwarzlicht angestrahlt. Dazu viele Büdchen, angenehmes Klima, etliche Bühnen mit den unterschiedlichsten Bands, Wahnsinn!
So ganz einfach war es nicht, die 50 kg schwere Plane über das Gestell zu ziehen, aber es ist vollbracht! Es hat geholfen, dass wir von der Ladefläche des Unimog aus arbeiten konnten. Der Unimog steht übrigens schon warm und trocken drinnen. In Kürze gehe ich daran, ein Fundament zu giessen. Und das sogar im trockenen, was neu ist für mich. Dann kommen die 3 Fiats dort hinein, und dann wird die „Garage“ beim blauen Haus wie geplant zum Schlafhaus ausgebaut. Es geht voran!
Ich habe mich mal daran versucht, mit der neuen Kamera ein Video zu drehen. Es ist schwerer, als man denkt, aber die beschauliche Stimmung hier kommt trotzdem ganz gut rüber.
Unsere momentanen Gäste, Verwandte von Brigitte, haben viel Glück mit dem Wetter und können ihren Urlaub ganz entspannt genießen. Und uns macht es viel Spaß, mal wieder als „Fremdenführer“ die vielen Attraktionen unserer neuen Heimat zu präsentieren. Leider vergeht die Zeit viel zu schnell, aber es muss ja nicht der letzte Aufenthalt auf Faial gewesen sein!
Wir sind jetzt, obwohl wir es selbst kaum glauben können, seit 8 Jahren permanent hier. Aber angefangen hat unser Projekt Azoren Ende 2011. Viele von euch kennen unser Haus /unsere Häuser, aber dies war der Start von „Minha Casa“. Man kann es sich wirklich nur schwer vorstellen, was wir in relativ kurzer Zeit mit sehr eingeschränkten finanziellen Mitteln und vielen Entbehrungen auf die Beine gestellt haben, und ich muss ehrlich zugeben, heute würde ich mich an ein so gewaltiges Projekt nicht mehr herantrauen. Wir sind dem Sklavendasein also zur richtigen Zeit entkommen, und jetzt müssen wir uns glücklicherweise um nichts mehr Sorgen machen. Auch an die Zukunft denken wir recht intensiv, obwohl wir die Welt nicht retten können. Aber bald ist unser Haus autark, und auch unser E-Auto, das wir bereits im Auge haben, wird dann an der eigenen PV-Anlage gefüttert. Wärmepumpen und einen Thermosyphon haben wir ja eh schon ewig. Und die Kisten, in die wir irgendwann steigen müssen, könnten wir sogar aus Holz aus dem eigenen Wald bauen lassen. Was will man mehr?
Heute habe ich mit Jose und Natascha die Füßchen auf der anderen Seite eingesetzt, somit ist das Skelett des Zeltes komplett. Ich besorge jetzt noch ein paar Leinen, damit wir das eigentliche Zelt (hoffentlich) ohne Probleme über die Struktur ziehen können. Der Unimog passt hinein, aber ich hatte tatsächlich gedacht, dass deutlich mehr Platz um ihn herum verbleiben würde. Ein zweiter würde nicht mehr reinpassen. Aber die Fiats sind ja verglichen damit Spielzeuge, das wird passen!
Wir haben im Indoornet etwas bestellt, was sich „mobile Garage“ nennt. Im wesentlichen ist das ein rund 40 qm großes Zelt. Heute habe ich mit dem Aufbau begonnen und auch schon Fortschritte gemacht. Wenn die Füßchen dran sind, ist das Ding deutlich über 3m hoch. Es soll ja schließlich auch der Unimog reinpassen. Es gibt auch eine Bauanleitung, Typ Europakarte auf dem Daumennagel. Aber egal, wo ein Wille ist, ist auch ein Gebüsch!